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"la familia mamallacta"

Don Casimiro und Abuela Magarita |
"Unsere Liebe zur Natur und das Interesse an dem Schutz unserer
Umwelt macht es der Familie Mamallacta Chongo seit vielen
Jahren möglich, vom Aussterben bedrohte Pflanzen zu
schützen und deren Samen zu sammeln. Auf der Finca wird
beabsichtigt, diese Artenvielfalt von Gehölzen, Pflanzen,
Früchten, Zierpflanzen und Heilpflanzen zu bewahren.
Auch da solche seit langen Zeiten von unseren Vorfahren genutzt
wurden. Außerdem sollen auf der Finca exotische Pflanzen
kultiviert werden, als Alternative gegen die Übernutzung
einiger nativer Pflanzen." |
"...Menschen, welche ihre Liebe verloren und den Respekt für
unsere Mutter Erde vergaßen. Menschen, welche das Geld
lieben, sie ermorden unsere Mutter Erde. Im Wechsel dazu, die
Indigenas und unsere Familie Mamallacta, wir lieben unseren
Wald, wie eine jungfräuliche, hübsche Frau geliebt
wird. So behandeln wir sie auch. Wir sind eins."
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Die Worte aus Don Casimiros Mund, dem Stammesältesten und
Medizinmann/Schamanen der Comunidad Mariposa (Gemeinschaft der
Schmetterlinge) im Amazonastiefland Napo, vom Stamm der Quichua.
Wo unsere jetzige Reise hinführen wird.
Wir sind eingeladen, an Don Casimiros Feuerstelle Platz zu
nehmen, einen heißen Guayusa-Tee
zu genießen, um in die warme Atmosphäre einzutauchen
und ein Teil seiner Familie werden zu können.
Don Casomiro entstammt einer Linie von 8 Generationen der
Yachac (Quichua für: die, die sich der Erde verbunden fühlen; Heiler,
zwischen den Welten Reisende). Wie jeder Schamane Hüter eines
Heiligen Ortes ist, so wohnt auch seine Familie an einem
Heiligen Berg, bedeckt vom Regenwald, dem Napo Galeras,
welchen sie bis heute erfolgreich schützen.
Die Comunidad besteht aus ca. 100 Indianern, Don Casimiros
Frau "Abuela Magarita" und 2 seiner 12 Kinder (Nelson und
Elias). Sie liegt etwa eine Stunde Fußmarsch in den
Dschungel vom letzten "zivilisierten" Dorf entfernt. |

Kirche - indigenes Denkmal in Quito
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Die Eingriffe der westlichen Kultur haben einen sehr starken
Einfluss auf die letzten zwei Generationen. Dazu gehören
die Kolonisation seit 1500, Krankheiten, staatliche Programme
wie die Privatisierung des Wassers und der Verkauf des
"ungenutzten" Landes an verschiedene Industriezweige (1960),
Erdölkonzerne, Straßenbau... usw. Der Staat
erklärte große Teile des Amazonas 1960 zu "Tierras Baldias"-
"ungenutztes staatliches Land" und gab es zum Verkauf frei, ohne Achtung
der schon vorhandenen Bevölkerung, den Indigenas.
Die jüngsten Generationen verlieren ihre Kultur sowie
ihre traditionelle Lebensweise und Identität. Sie
werden unterrichtet von Schulen, Missionaren und anderen
Institutionen. Sie werden gelehrt, dass ihre Kultur minderwertig
und nichts wert sei, nur ein "Volksmärchen".
Doch die, die den Wert ihrer Kultur noch kennen, so wie die
Familie Mamallacta, machen bereits die ersten Schritte , ihren
Leuten und deren Kultur Kraft zu geben. Auf dass sie nicht den
gleichen Pfad der Zerstörung wie die westliche Kultur gehen.
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Don Casimiro dazu: "Auch uns wurden von Erdölfirmen
Schecks angeboten, Autos und Häuser, als Tausch gegen
unser Land, um dies zu verlassen. !?! Kurze Geister.
Diese Dinge sind auf lange Sicht nichts wert. Eine Sekunde,
ein Funke, und sie sind verbrannt, verschwunden. Der Heilige
Berg "Izu Mangallpa Urcu" wird für immer da sein und er ist unser
Haus!"
Im Zuge des Schutzes und der rechtlichen Verteidigung
verließen seine Söhne die Comunidad Mariposa, um
sich mit der zerstörerischen Welt vertraut zu
machen, sie zu verstehen und um ihr Land schützen zu können.
Es entwickelte sich ein aktives Umweltengagement mit vielen
Kampagnen gegen staatliche Projekte und die von diesen
hinterlassene Umweltzerstörung im Gebiet Alto Napo.
Die Familie Mamallacta veröffentlichte 1989 eine
Deklaration zum Schutz ihres heiligen Berges, des Napo
Galeras Gebietes, sowie gegen das Eindringen der Erdölfirmen.
Izu Mangallpa Urcu, heiliger Berg
1993 erreichten sie die Erklärung des Gebiets Napo Galeras
zum Nationalpark den Sumaco-Napo-Galeras. Damit verhinderten sie dessen Abholzung und
deren Folgen. Um dieses Land und damit die comunidad auch
zukünftig schützen zu können, gründeten
sie in dieser Zeit eine gemeinnützige Organisation,
"I.Z.U. Mangallpa - URCU".
Auf einer Fläche von 2052 km² und einer Höhe von 600m bis 3900m
erstreckt sich dieser National Park über verschiedene
Ökosysyteme, vom Hochgebirge über den Bergnebelwald bis
hin zum tropischen Regenwald. Der Napo-Galeras Gebirgszug hat
mehrere Bäche und Flüsse, die in tiefen Schluchten
verlaufen. Der Sumaco Vulkan (3900m) ist umgeben von
tropischem Regenwald und steht abseits vom Massiv der Anden.
Dieser National Park ist reich an Tierarten des tropischen
Regenwaldes und des feuchten Bergnebelwaldes: Brillenbären,
verschiedene Arten von Fledermäusen, Marder,
Gürteltiere, Adler, Auerhähne, Felsenhähne und viele Arten
von Reptilien und Amphibien. Die häufigsten Baumarten
sind neben vielen anderen Cedrela, Lorbeer und Kautschuk.
Einheimische indianischer Kommunen, die der Quichua Sprachgruppe zugehören,
siedeln in den Randgebieten dieses National Parks, in dessen unmittelbarer
Nähe auch archäologische Fundstätten der Cosanga Kultur zu
finden sind.
(Quelle:http://www.exploringecuador.com/deutsch/articulos/nuevos/ naturschutzgebiete_nationalparks_ekuador.htm)
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Don Casimiros Worte:
"Cuando saldria el jaguar de la montañia,
esto es el fin del mundo"
"Wenn der Jaguar diesen Berg verlassen sollte, dann ist dies
das Ende der Welt."
Auch erstellten sie ausführliche Video-Dokumentationen
über die Auswirkungen der Verschmutzung und Zerstörung
in benachbarten Gebieten durch den Erdölabbau.
Zur Vereinigung und Stärkung der indigenen Präsenz
organisierten sie Kundgebungen und Demonstrationen,
Präsentationen im Radio "Luna" und im ecuadorianischen
Fernsehen sowie Vorträge an Universitäten, um die
Rechte der Ureinwohner und ihr Recht auf einen unbeschädigten
Wald zu verbreiten. Weiterhin starteten sie Kampangen gegen
die Privatisierung des Wassers. Auch am Aufbau eines
Samentauschringes "Seed Guardians Network" beteiligten sie
sich sehr aktiv.

Hütte der Mamallactas
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Trotz dieser Aktivitäten leben die zwei Söhne noch bei ihrem
Vater Don Casimiro am Rande des Nationalparkes Napo Galeras
in simplen Holzhütten, ohne Strom und ohne fliessend
Wasser. "Asi como lo amamos." - "So wie wir es lieben."
Auch trugen sie dieses Bewusstsein der "anderen Welt" mit in
die Gemeinschaft Mariposa, so dass diese sich öffnete und
entschied, ihr Wissen über ihre Welt mit der "anderen Welt"
zu teilen. Es entstand ein familiäres
Freiwilligenprogramm auf der Finca von Don Casimiro, mit
seinen Söhnen Elias und Nelson, sowie dessen Frau Flora
mit ihrem Kind.
Inhalte des Programmes umfassen Heilungs- und Ayahuasca
Zeremonien, Ethnobotanik und traditionelles Kunsthandwerk.
Durch die Zusammenarbeit mit Universitäten,
Wissenschaftlern und Reisenden erhielten sie auch
internationalen Zulauf. |
Als 1999 bei einem Anschlag die zwei Töchter
von Nelson und Flora im Alter von 3 u. 6 Jahren in den Flammen
ihrer Holzhütte starben (Lit:."Siempre juntos"),
veranlasste sie dies, ihre politischen Aktivitäten etwas
einzuschränken. Bis heute haben sie noch kein
eigenes Haus wieder. Über die Brandstifter gibt es nur Spekulationen.
2003 gebar Flora abermals eine kleine Tochter, Dana.
Nelson und Flora teilen sich nun noch immer das Haus mit
Don Casimiro und helfen ihm bei seinen Heilungszeremonien und
im Projekt. Wie seit Generationen ist der Schamane mit seinen
Söhnen auf verschiedensten Ebenen eng verbunden, denn
bei dem Tod eines Schamanen werden seine Kräfte an seine
Söhne weitergegeben, um die Linie des weisen Wissens der
Kräfte zu erhalten. |

Dana Mamallacta Chongo
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